Die Eroberung Indiens
Was Alexander dem Großen mit dem Heer der Makedonen im 4. Jahrhundert v. Chr. gelang, sollte sich um das Jahr 1000 n. Chr. in abgewandelter Form durch Mahmud von Ghazna wiederholen. Die Adligen Ghaznas wählten ihn, den Sohn eines ehemaligen Sklaven, zu ihrem Regenten. 994 wurde Mahmud zum Gouverneur des Gebietes Chorasan und führte fortan den Titel Das Schwert des Staates. Den Streit um die Erbschaft mit seinem jüngeren Bruder Ismail löste er zu seinen Gunsten, indem er Ismail in einer Schlacht besiegte und ins Gefängnis warf.
Kadir, der Kalif von Bagdad, erkannte die Souveränität Mahmuds im Osten an, sandte ihm eine Ehrenrobe und verlieh ihm mehrere Titel. Von diesem Zeitpunkt an erschien auch der Name Kadir neben dem seinigen auf den Münzen, die Mahmud prägen ließ. Der Akt des Kalifen bestärkte ihn auch in seinem islamischen Glauben und er beschloß, gegen die Götzendiener in Indien vorzugehen. Bis 1014 unterwarf er den Punjab, besiegte den mächtigen Radscha Anang-pal und verleibte sich die Tempelschätze ein, um seinen Reichtum zu vermehren. Doch Mahmud war trotz seiner Erfolge in Indien noch nicht davon überzeugt, die Götzenanbeter völlig besiegt zu haben. So unternahm er im Jahr 1022 einen weiteren Feldzug, dem drei Jahre später ein weiterer folgen sollte. Mahmud drang dabei bis nach Somnath vor, einer Stadt auf der Halbinsel Gujarat im Indischen Ozean. Von Ghazna aus regierte er nun ganz Nordindien. Mit Mahmuds Vordringen breitete sich auch dort der Islam zunehmend aus und verdrängte von dort nach und nach den Bhuddismus und Hinduismus.
Seine Karriere als Feldherr beendete Mahmud mit einer Expedition nach Persien. Dies war auch sein letztes Unternehmen; er starb im Jahr 1030 im Alter von 59 Jahren.
Mahmud von Ghazna war jedoch nicht nur ein erfolgreicher Militär, er schätzte auch Kunst und Wissenschaft. An seinem Hof hielten sich Dichter, Baumeister und Gelehrte auf. So zeugen die Überreste seiner Bauten in Ghazna noch heute von der einstigen Größe des Eroberers von Indien.